13.

Die eigene Existenz muss keine metaphysischen Angelegenheiten herauf beschwören. Ihr Gegenteil kann nicht behauptet werden. Wer das Gegenteil dennoch behauptet, der benötigt keinen Theologen, keinen Philosophen, keinen Physiker oder Biologen, kein Argument könnte helfen. Abhilfe brächte nur eine Therapie!

10.

Das Zentrum fehlt. Es muss fehlen! Eine Rhapsodie darf keinen großen Formzusammenhang haben, sonst wäre sie etwas anderes. Aber sie ist nicht voraussetzungslos. Abschätzig blöken ihre Kritiker: „ungeordnet, mangelndes Formbewusstsein, irgendwie irgendwas!“ Doch worauf fußt ihre Kritik? Auf einer einsamen Wahrheit.

8.

Wenn ein Paradigma alles Wesen, Wirken und Wollen in der Welt überlagert, wie könnte man dann noch eine Welt gebären und formen? „Warum sollte man überhaupt Welten formen, es ist doch eine da? Warum sollte man die schwere Geburt, ungeachtet des eigenen Dünkels, wollen?“ Eine sonderbare Frage. Warum macht man das gleiche mit Kindern? Weil wir ohne unsere Schöpfung nicht mehr gebraucht und ausradiert werden.

7.

Wenn die Neurowissenschaften im Stande sind, unseren Geist vollständig zu erklären und die Kunst ein Projekt unserer Seele ist, dann wissen wir in naher Zukunft alles, was es über die Kunst zu wissen gibt und in welcher Beziehung sie zu uns steht. Es scheint, als sei ich nicht die einzig naive Person auf dieser Erde.

6.

Wie naiv ich war. Als junger Mensch träumte ich von einer Philosophie, die nicht nur die Welt neu- und wieder entdeckt, nein, ganz besonders die Welt neu erfindet. Vielleicht nicht nur das: neue Welten erschafft. Gleichzeitig war ich indoktriniert und fasziniert von der Erklärungshoheit und der allgemeinen Alleinstellung der Naturwissenschaften, der harten Wissenschaften. Heute, da habe ich diese Naivetät abgelegt – und komme endlich zu meinem ursprünglichen Vorhaben zurück.