Kein Wirtschaftsliberaler braucht mir die Mähr von kapitalistischer Vielfalt aufschwatzen. In den neuen Wohngebieten entlang der S-Bahn sind pro Brücke ein Aldi, ein Rewe oder Edeka und ein Rossmann oder DM. Drinnen dann überall das gleiche: milder Yoghurt, cremiger Käse, sanfter Orangensaft, sahniger Pudding, milde Gurken. Ich verrate euch was: ich will es sauer, bitter, kernig. Ich will, dass alles nach dem schmeckt, was es ist. Ich bin hungrig nach Leben und Sensationen. Die marktgleichmacherei kotzt mich an. 50 Kirschyoghurts, aber keiner mit ausschließlich echter Kirsche. Was ist das für eine Verarschung? „Der Konsument will das so.“ Nein, ihr habt den Konsumenten dazu getrimmt, dass sein Fleich rosa aussehen muss, dass er die neueste Chipssorte dringend will und dass er glaubt, Marken machten sein Lebensgefühl geiler.