Eine Frau in einer polyamoren Dreiecksbeziehung in freudigem Ton: „…und dann war immer jemand da. Man war nie allein. Zum Beispiel als ich krank war, da hat dann F zu N gesagt: Machst du jetzt Tee-Dienst für K?“
Die freie Liebe ist tot.
Ein Symptomverband
Eine Frau in einer polyamoren Dreiecksbeziehung in freudigem Ton: „…und dann war immer jemand da. Man war nie allein. Zum Beispiel als ich krank war, da hat dann F zu N gesagt: Machst du jetzt Tee-Dienst für K?“
Die freie Liebe ist tot.
Professorin für Theologie: „Man kann nicht tiefer fallen, als in Gottes Hand.“
Ich erinnere mich an eine Stunde Religionsunterricht. Irgendeine alttestamentliche Figur läuft durch die Wüste. Neben ihm läuft Gott. Beide machen Spuren im Sand. Dann ist nur noch eine Spur im Sand. Die Figur fragt hinterher Gott, warum er ihn verlassen hätte. Darauf G: „Ich habe dich nicht verlassen, sondern dich auf Händen getragen.“ – Wie barmherzig! Davon war der Herr Lehrer überzeugt. Ich aber wollte wissen, was G eigentlich für ne Flasche ist, wenn seine Schützlinge nicht einmal merken, dass er hilft. Eine Antwort gab es nicht.
Ich hätte Bock zu verbittern, aber das kann ich mir bei der Inflation nicht leisten.
Den besten Blick auf den bayerischen Landtag hat man von der Maximilianstraße. Das ist eine der teuersten Einkaufsmeilen der Welt. Sie liegt dem Parlament direkt zu Füßen. Nicht nur praktisch, auch effizient.
Neues aus der Münchner Radiokunst!
Der Traditionswähler ist ein ungeschlechtliches und unpolitisches Tier. Es hat das Recht auf Artenschutz, aber das Wahlrecht ist ab sofort ausgesetzt. Sagt allen Bescheid!
Krankenhäuser gehören nicht zu meinen üblichen Aufenthaltsorten. Was ist die Funktion dieser Orte? Auf den Alarmknöpfen sind noch immer Klosterschwestern abgebildet: kleine Piktogramme von guten Christinnen. Die Zeit, in der Kranke und Krüppel Katalysatoren guten Christentums waren, sind hier vorbei. Heute sind wir Patienten und die Nonnen sind ausgebildete Pflegerinnen und Pfleger. Und sie verdienen Geld. Manche private Krankenhausunternehmen sind börsennotiert. Damit werden Patienten zur Ressource, einem zerfallenden Rohstoff, an dessen Erhalt Geld verdient wird. Das individuelle Leben kann nicht erhalten werden, der Übergang von lebender zu nicht-lebender respektive toter Materie steht jedem für sich bevor. Was nach einem Ende klingt und dem Scheitern jeder krankenhäuslichen Erfolgsgeschichte, ist ein Fluss, an dem alle Akteure teilhaben. Gemeinsam fließen, so lange und ungestüm, wie es geht, ist mein Ziel. – und die nächsten Drogen nehme ich zum Spaß und nicht für eine Anästhesie.
Mein Körper wurde soeben partiell desintegriert. Doch er wird in Zukunft eine neue Einheit bilden. So wie er täglich unbemerkt Zelle für Zelle nach eigener Vernunft ersetzt, werde auch ich ersetzt worden sein.
Ich fahre jetzt ein Bahnrad auf der Straße. D.i. ein Fahrrad, dessen Antrieb fest miteinander verbunden ist. Trete ich nach Vorne, fährt es vorwärts, trete ich nach hinten, fährt es rückwärts. Man sagt, das Fahrradfahren verlernt man nicht. Das scheint ein körperphilosophisches Axiom des Alltags zu sein. Ein Bahnrad hingegen ist die Möglichkeit, Radfahren neu zu erlernen und wenigstens an diesem Axiom zu rütteln. Wann hast du dich zuletzt getraut, etwas von Grund Auf neu zu erlernen und dich damit raus zu wagen? Wann hast du damit aufgehört? Hängt es damit zusammen, dass du den ganzen Tag sitzt und auch in deinem Kopf immer bequemer wirst?
Ich sitze im Zug von München nach Augsburg. 08:30 an einem Mittwoch. Gerade ist der Gegenzug aus Augsburg auf der anderen Seite angekommen. Hunderte, gefühlte eintausend Menschen strömen an meinem Fenster vorbei und drücken in die Millionenstadt. So viel Energie! Was sie gemeinsam alles erreichen könnten!
Stattdessen sehen sie schick aus und gehen in ihre klimatisierten Büros, Sachen tippen, Scheiß verkaufen, Unternehmensstrategien diskutieren, Verpackungen entwerfen und meetings absitzen; sich sicher fühlen in ihrer Existenz.
Ich werde das Gleiche in Augsburg tun – mit einem Unterschied